Und dann war da noch die Wohnzimmerlesung 2017-03-08T22:34:48+00:00

Hallo du,

und dann war da noch die Wohnzimmerlesung.
Und von der möchte ich dir heute gerne erzählen.

AUFREGENG             AUA        GUTE GESPRÄCHE          TOLLE ERFAHRUNG

STARKE GEFÜHLE      LIEBE MENSCHEN       WIEDER MACHEN

So, ist das mal für die Schnellleser auf den Punkt gebracht.

Nachdem ich, ausgestattet mit einer vollen Wasserkanne, einen eleganten Sturz in der Küche hingelegt hatte, weil ich der Meinung war, dass der Küchenboden dringend einer kurzfristigen Reinigung bedarf, hielt ich es für notwendig die Homöopathie mit ins Boot zu holen. Nach Gelsemium auch noch Arnica. Wenn ich meine homöopathischen Supermittel nicht gehabt hätte, wer weiß ob ich die Lesung vor Lampenfieber und Schmerzen nicht doch kurzfristig abgesagt hätte. Es hat mich zum Glück beruhigt und schon vor 15 Uhr standen die ersten wunderbaren Gäste vor meiner Tür danach in meiner Küche und später saßen sie um meinen Tisch. Dort hatten wir Kuchen und Getränke hergerichtet, wo sich jeder bedienen konnte. Ich bin davon ausgegangen, dass man es sich bei einer Wohnzimmerlesung auf dem Sofa gemütlich macht. Doch weil es gerade schon so heimelig war blieben wir kurzerhand um den mitgebrachten Kuchen und die geöffnete Prosecco Flasche einfach sitzen. Bevor ich begann wollte eine meiner Gästinnen wissen woher ich denn die versammelten Menschen so kenne. Das war eine schöne Frage und ich begann jeden Einzelnen kurz vorzustellen, inklusive seiner Herkunft und dem Bezug zu mir. Das war eigentlich schon ein gelungener Auftakt und verhieß viel Gutes.

Horthensie

Hier meine Gäste für dich kurz zusammengefasst:

eine
NEBENmirWOHNERIN
eine
MUTTERderFREUNDINmeinerTOCHTER
eine
meineBUCHLESERINundMS-GLEICHGESINNTE
eine
SOwieICHehemaligeHEILPRAKTIKERSCHÜLERIN
eine
ÜBERmeinenWEG-GELAUFENE
einer
ANdessenTÜRichGEKLINGELThabe

Du siehst, eine bunte Mischung toller Menschen. Ja, und jetzt ging es aber los. Die Wohnzimmerlesung war eröffnet. Jeder hatte sein Glas in der Hand, seinen Teller gefüllt und wartete gespannt.

Ne warte, ich muss erst noch mal kurz.

Als ich wieder zurück war konnte es aber losgehen. Ich schluckte noch einmal kurz und schon bei den ersten Sätzen stolperte ich. Ja, ich hatte das ja ganz anders vorbereitet. Nämlich in etwa so. Alle sitzen auf dem Sofa und jetzt sitzen sie ganz woanders. Also musste ich schon gleich am Anfang improvisieren. Gar nicht so einfach für jemanden der immer gerne alles im Vorfeld bis ins Detail plant. Doch von Minute zu Minute, Satz für Satz und Schluck für Schluck krabbelten die Worte leichter aus meinem Mund.

Und dann. Das erste Kapitel war geschafft.

Und weil du vielleicht schon neugierig geworden bist, gewähre ich dir hier einen kleinen Einblick. Aber nicht lachen. Denn nur bei diesem Gedicht hatte ich mich verplappert. Aber ich finde, das darf auch passieren. Ist nicht so schlümm, oder?

Pause

Und dann endlich Pause.
Ich muss mal. Ganz dringend.

Ein bisschen quatschen, durchatmen und etwas trinken und dann war die Pause auch schon wieder vorbei. Etwas errötet von der Aufregung und dem Sekt natürlich leitete ich dann zum nächsten Kapitel über. Wo vorher eine angeregte Unterhaltung plätscherte war, nachdem ich zu lesen begann, der Raum von Stille umhüllt. Gebannt schauten mir alle auf die Lippen. Oder auch nicht, jedenfalls hörten sie aufmerksam zu. Sie schienen ergriffen zu sein von meiner Geschichte. Hier und da ein kleiner Haspeler oder Zeilenverrutscher, aber das verzeiht mir hoffentlich jeder. Schließlich ist keiner perfekt. Schon gar nicht ich. Und außerdem macht die MS hin und wieder Lücken ins Gehirn. Das wiederum lockert ungewollt die Atmosphäre auf.

Die Zeit verging wie im Flug. Am Ende der Lesung gab es noch ein Gedicht das mit einem schönen Wunsch für alle Zuhörer endete.

…..und lerne wer du wirklich bist.

Meine Erleichterung war zu spüren als ich zur Frage- und Rückmelderunde überleitete. Im Anschluss gab es die Möglichkeit Fragen zu stellen und mir Feedback zu geben. Ich war froh, dass keine nennenswerten Beschwerden über meine Vortragsweise kamen. Früher jedenfalls habe ich in einer Theater AG gespielt, wo es immer hieß, LLD!

Eva, langsam, laut, deutlich.

Meine Unsicherheit und mein fehlendes Selbstvertrauen werden dazu geführt haben, dass ich dazu neigte leise, schnell und undeutlich zu sprechen. Das habe ich mit der heutigen Lesung beendet. Ab heute probiere ich es ein bisschen selbstbewusster. Neben ein paar sehr guten und konstruktiven Fragen entstand eine Diskussion rund um das Thema Schulmedizin oder alternative Medizin, eine interessante Gesprächsrunde, wie ich finde. Es war zu spüren, dass dieses Thema deutlich mehr Menschen beschäftigt als ich dachte. Und das freut mich. Schließlich ist es schon längst überfällig, diesen Lebensbereich zu hinterfragen. Und am Ende muss das rauskommen, was eben genau für jeden einzelnen Menschen passt.

Jetzt bin ich aber erleichtert, glücklich und froh, dass alles gut gegangen ist. Diese Wohnzimmerlesung war eine sehr besondere Erfahrung. Wenn ich noch ein paar Bücher mehr geschrieben hätte, würde ich das jederzeit wieder machen.

Danke an alle, die zu mir gekommen waren und mich auf meinem Weg unterstützt haben. Und das Schöne, mein Wohnzimmer ist in wunderbaren Farben erblüht und ich konnte wirklich mehr als eine Woche von den schönen Blumen, dir mir mitgerbacht wurden genießen.

Kerze

DANKE

Und jetzt geht der Endspurt los. Denn am 22.10.2015 findet schon die erste öffentliche Lesung statt. In einem exquisiten Bettengeschäft. Die Zuhörer sitzen in Betten während sie meiner Geschichte lauschen dürfen. Ist doch gemütlich, oder? Die zweite Lesung wird dann am 26.11.2015 in einem kleinen Café stattfinden. Auch darauf freue ich mich schon sehr.

Die Aufregung wird nicht minder sein als bei meiner Wohnzimmerlesung. Doch ich werde den Rat befolgen, den ich gestern bekommen habe. „Lege ein paar Tage davor einen Zettel mit einem positiven Satz unter dein Kopfkissen und lies ihn dir immer wieder durch.“ So etwas in der Art wie: „Ich trage meine Lesung souverän und selbstbewusst vor“ Danke, das mache ich.

Und wer weiß, vielleicht werde ich dich ja bei einer dieser Lesungen persönlich kennenlernen. Die endgültige Einladung wirst du hier auf meinem Blog auf jeden Fall lesen können.

Und jetzt wünsche dir immer genug Ruhe zum Lesen und Genießen. Vor allem wenn draußen der Wind um die Häuser zieht.

Herzliche Grüße
Die Schmetterlingsdompteurin

Eva

PS: und zum Schluss kommt was sich reimen tut, denn reimen tut doch immer gut.

Die Wohnzimmerlesung

Ein Bauchgekribbel, es geht los.
Die Bühne ist schon frei.
Im Hals steckt noch ein kleiner Kloß.
Schluck runter, eins, zwei, drei.

Da sitzen sie und schauen mich an
5 Freundinnen gespannt.
Ich zweifle ob ich das jetzt kann.
Schweiß kommt auch schon angerannt.

Egal, jetzt fang ich einfach an,
begrüße meine Gäste.
Gleich ist der erste Satz getan.
Sie wünschen mir das Beste.

Das Herz schlägt eifrig bis zum Hals.
Am Anfang fällt ´s noch schwer.
Doch was geschieht denn schlimmstenfalls?
Sie kommen nimmer mehr.

Ich denke das ist nicht passiert.
Zufrieden die Gesichter.
Zum Schluss noch etwas Lob kassiert.
Bist doch ein guter Dichter.

Ich danke allen für die Zeit
die ihr mit mir verbracht.
Auch Kuchen, Blumen haben mich gefreut.

Geschafft, wer hätte das gedacht.