Wahnsinn, diese Vorahnung

Hallo du,

du glaubst nicht was ich in meinem Fotoarchiv gefunden habe. Meine Tochter muss das irgendwie geahnt haben, dass mir eines Tages mal dieses lustige Gedicht zum traurigen Anlass einfallen würde. Ich musste gerade daran denken, da eine meiner Töchter direkt am zweiten Schultag nach den Ferien wieder krank geworden ist. Freut man sich schon, dass die Tage wieder etwas mehr Zeit für seine eigenen Interessen hergeben, schwups, heißt es: „Maaaaaammmaaaaaa, Schüssel!“ Also zum rein spucken. Ach, ich hatte heute so wie so nichts besseres vor.

Kind im Schrank

Du kannst dich vielleicht noch an mein Gedicht erinnern, das ich geschrieben hatte als in meiner Familie wirklich einer nach dem anderen krank geworden ist. Falls nicht schau hier. Und jetzt habe ich die Fotosammlung ein bisschen aufgeräumt und dabei ist mir doch glatt dieses Bild in die Finger gefallen. Ist das nicht irre?

Diese Nachricht hatte uns meine jüngere Tochter kurz nach einem Streit hinterlassen. Und der Knaller, sie hatte sich wirklich samt Bettdecke in ihren Kleiderschrank gesetzt. Ich glaube das müsste so 3 oder 4 Jahre her sein, wahrscheinlich eine von ihren gefühlten 100 Trotzphasen. Mit ein bisschen Geduld und lieber Worte ist sie dann doch wieder rausgekommen und hat eingesehen, dass es in ihrem Bett doch deutlich komfortabler ist.

Aber was rede ich denn hier. Jetzt habe ich dir wieder nicht das erzählt, was ich dir eigentlich erzählen wollte. So schnell bewegt sich das Leben. Das Eine ist noch gar nicht richtig verarbeitet, kommt schon das Nächste herbeigeflattert. Und was man nicht gleich erledigt bleibt liegen.

Ah, bin ich dann einfach nicht gleich erledigt worden? Weil ich so oft liegen bleibe meine ich?

Schließlich bin ich kurz vor meiner Wohnzimmerlesung wieder quer auf dem Küchenboden gelandet, mit einer Kanne Wasser in der Hand. Da bekommt der Begriff „in einem Abwasch machen“ doch eine ganz andere Bedeutung. Meine Tochter war so begeistert von dem blauen Fleck an meinem Oberschenkel, dass sie ihn gleich für mich fotografieren wollte, damit ich ihn auch anschauen kann. Nee, lieber nicht. Außerdem ist das egal und gehört hier jetzt nicht hin.

Denn eigentlich habe ich dir schon lange versprochen von meinem wunderbaren Urlaub in Dänemark zu berichten. Wie lange ist das jetzt her? Und noch nichts ist geschehen?

Den Urlaub fasse ich dir hier auf jeden Fall gerne kurz zusammen. Sonst wird das nichts mehr. Und den Unfall mit dem Taxi, das uns 3 Tage vor der Abreise von hinten geküsst hat, lassen wir an dieser Stelle auch mal außen vor, weil sonst kommen wir ja nie auf den Punkt.

BehindertenbrückeErste Woche wunderbares Wetter, Sonne pur – Jeden Tag lange geschlafen – Schönen Strand gefunden mit direktem Steg bis zum Wasser – Dänemark ist wirklich behindertenfreundlich siehe dieses Foto vom Zugang zum Strand – Tolles Museum in Århus besichtigt auch davon zeige ich dir ein Foto. Wahnsinns Farbenspiel im obersten Stockwerk. Und außerdem wieder extrem behindertenfreundlich, Eintritt statt für vier haben wir nur für eine Person bezahlen müssen und mit dem Behindertenparkausweis durften wir den ganzen Tag kostenlos auf einem der acht Behindertenparkplätze stehen bleiben. Farben im MuseumIch habe meinem Mann dann gesagt, dass ich nicht den ganzen Tag da rumstehen möchte. Dann hat er mir erklärt, dass ich nicht selbst dort stehen muss, sondern unser Auto – Aha, dann ist´s gut. Wir haben oft gegrillt und jeden Abend am hauseigenen Billardtisch ein paar ruhige Kugeln geschoben – einen dänischen Freund von meinem Mann getroffen, er hat uns noch mehr schöne Häuser in Dänemark gezeigt. Oh, mit Meerblick. Hyggelig. Von so was träume ich ja – Wilde Brombeeren gepflückt und Marmelade gekocht. Bier hierLekker – Jeden Tag mit den Wanderstöcken Laufen geübt, bis ich am Ende vom Urlaub wirklich alleine zum Strand, ca. 700 Meter gehen konnte, da war ich aber stolz – am Ende des Urlaubs haben wir bemerkt, dass wir um einen Tag die dänische Königin Margarethe  II. verpasst haben. Sie war genau in dieser Stadt, in der wir Urlaub gemacht hatten, zu Gast. Schade, aber Urlaub war vorbei, so ist das halt. Auf der Rückfahrt haben wir die Kinder nach Holland zu meinem Schwager gebracht und sind am Seilnächsten Tag alleine nach Hause gefahren – Mein Mann hat uns unterwegs vor zwei schrecklichen Fahrfehlern gleichzeitig  zweier anderer Verkehrsteilnehmer gerettet. Komisch, mein Vater war doch gar nicht unterwegs? Na, gibt es wohl noch andere die beim Fahren mal einen Fehler machen, Papa, das war lieb gemeint, fahr vorsichtig! – Zu Hause angekommen hat es doch tatsächlich noch 37 °C. Puh, das ist zu heiß!

Ja und dann folgten die Vorbereitungen für meine Wohnzimmerlesung. Dieser möchte ich gerne einen eigenen Blog widmen. Denn es war eine wunderbare Erfahrung. Außerdem ist mein ganzes Wohnzimmer in wunderschönen Farben erblüht. Also, es dauert nicht lange dann hörst und siehst du von mir.

Bis dahin wünsche ich dir einen bequemen Kleiderschrank, falls du es dir auch einmal überlegen solltest in ihm zu übernachten.

Herzliche Grüße
Die Schmetterlingsdompteurin

Eva

By | 2017-03-08T22:34:49+00:00 September 17th, 2015|Gedichte, Meine Geschichten|0 Kommentare

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