Schritte im Vertrauen

Hallo du,

meinen Kindern habe ich früher immer vorgesungen: „1, 2, 3 im Sauseschritt, wir nehmen alle Kinder mit, die Anika ist nun an der Reih´ und läuft an uns vorbei“ Kennst du das Lied auch noch? „Bücken, strecken, rund rum dreh´n, viermal klatschen, stampfen steh´n.“ Ja, auch die Kindergartenkinder haben das mit mir immer mit Begeisterung gespielt.

Doch ich, ich habe den Spaß daran verloren. Nicht weil ich kein Kind mehr bin. Nein, du weißt schon wie ich das meine. Ich kann mich vielleicht gerade noch bücken und strecken und mit viel Glück rund rum dreh´n.

Aber damit ist jetzt Schluss. Nichts muss so bleiben wie es ist.

Denn heute habe ich einen wichtigen und entscheidenden Schritt gemacht. Ich habe dir doch von meinen sensationellen Wanderstöcken erzählt. Und die kamen heute intensiv zum Einsatz. Als ich bei der Physiotherapie war, habe ich sie mitgebracht. Und dann ging es los. Wir übten den ersten Schritt frei zu gehen.

Piep, piep, piep! Das geht doch nicht!

Strandspaziergang

Ich hatte meinen Therapeuten erst ganz irritiert angeschaut und ihn gefragt, ob er sich da sicher sei. Denn es liegt zufälligerweise schon einige Zeit zurück seitdem ich das letzte Mal so etwas gemacht habe. Anfangs dachte ich es wird unmöglich sein überhaupt einen Schritt zu schaffen. Doch mein Therapeut redete mir gut zu und machte mir Mut es einfach zu probieren. Und vor allem hat er mir geholfen, dass mein Verstand sich aus der ganzen Sache raushält. Denn der hat jetzt ausnahmsweise nichts zu melden. Er kann sich gerne für einen Moment ausruhen. Denn ist der Kopf bei der Sache dabei, geht mit Sicherheit viel viel weniger.

Also schnell an was anderes denken und los geht´s.

Der erste Versuch war noch sehr wackelig doch mit jedem Schritt mehr wurde es besser. Und in diesem Moment, in dem ich kurz nicht gemerkt habe, dass ich wirklich von nichts mehr gehalten wurde, setzte ich einen Fuß vor den anderen. Wow. Bis mir das plötzlich bewusst wurde was ich da gemacht habe. Ich erschrak so vor mir selbst, dass  ich erst einmal einen astreinen Schweißausbruch bekam und dann fing das Gewackel wieder an. Aber egal, ich habe es für einen Moment geschafft. Das war ein krasses Gefühl. Und der Beweis, dass es geht.

Der kleine Schmetterling lernt Laufen.

Und jetzt übe ich jeden Tag ein kleines bisschen mehr. Einen Fuß vor und einen Schritt nach dem anderen. Und wenn ich es geschafft habe wieder zur Musik zu tanzen, das verspreche ich dir, singe ich 1, 2, 3 im Sauseschritt für dich, mache ein Video davon und schicke es dir, hier über meinen Flügelschlag. Versprochen.

So lange kannst du dir anschauen wie es die Menschen in Afrika getanzt haben.

Und zum Schluss bleibt mir nur dies zu sagen. Ich wünsche dir, dass du immer so viele Schritte gehen kannst wie du dir wünscht. Und vielleicht gehst du sie auf jemanden zu, der dir in deinem Leben wichtig ist. Und wenn du ihm dann ins Ohr flüsterst wie lieb du ihn hast wird er dir sicher sein Lächeln schenken.

Herzliche Grüße
Die Schmetterlingsdompteurin

Eva

PS: Jetzt habe ich vor lauter Sauseschrittmacher vergessen dir von meinem wunderbaren Urlaub zu erzählen. Ich war mit meiner Familie in Dänemark und der Urlaub war wirklich schön. Es ist einfach herrlich im Norden. Und dort sind auch die Bilder für meine Homepage entstanden. Beim nächsten Mal erzähle ich dir gerne mehr. Bis dahin wünsche ich dir alles Liebe.

By | 2017-03-08T22:34:49+00:00 September 3rd, 2015|Meine Geschichten|1 Kommentar

Ein Kommentar

  1. Christine 4. September 2015 um 12:47 Uhr- Antworten

    Hallo, das kommt mir irgendwie bekannt vor mit den Schritten und den Stöckern 😉

    Zur Zeit traue ich mich noch nicht wieder diese einzusetzen und nehme den Rollator, aber das Zeil habe ich mir gesteckt.
    Ich wünsche Dir so viele Schritte wie möglich und wie Du sie schaffst, aber bitte nicht übertreiben 😉

    Alles Gute, Christine

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