Zurück in die Vergangenheit!

Hallo du,

heißt es nicht immer, dass wir nach vorne schauen sollen? Es ist positiver und bedeutet Optimismus. Stimmt das wirklich? Oder darf man sich nicht auch mal umdrehen? Ich weiß jetzt, dass es sich lohnt gelegentlich einen Blick nach hinten zu riskieren. Warum, willst du wissen?

Lies einfach weiter…

Es ist Sonntag. Endlich warm und hell. Die Sonne scheint und lockt einfach jeden vor die Tür. Wir wollten, und wie ich später feststellen musste, viele andere Menschen auch, an diesem herrlichen Tag einen Spaziergang machen. Unser Ausflugsziel: Das Schmetterlingshaus im botanischen Garten in München! Bis zum 22.März flattern dort noch viele bunte Schmetterlinge herum. Wie wunderbar.

Schmetterling

Womit wir nicht gerechnet hatten, es gab dort auch Schlangen. Sogar eine nicht sehr selten vorkommende Schlangenart. Sie hält sich gerne vor Kassen oder Eingängen auf. Doch sie ist eigentlich ungefährlich. Das einzige was sie fordert ist Zeit. In diesem speziellen Fall handelte es sich um eine exspecto anguis, eine Art Queue, im Volksmund wird sie auch die gewöhnliche Warteschlange genannt. Also, es gab keinen Grund zur Sorge. Wir entschieden uns trotzdem für eine Planänderung und fuhren lieber zu einem der nahegelegenen Seen. So, und jetzt nix wie raus. Die Sonne lacht, da wollten wir mitlachen. Auf der Fahrt zum See war ich hochmotiviert! Heute laufe ich um den ganzen See. Ja, das schaffe ich! Doch schon nach den ersten Metern auf dem Parkplatz und einem kurzen Blick über den See entschied ich mich lieber nur für einen kleinen Teil. Langsam anfangen und allmählich steigern, das ist besser. Und wenn der Weg weit ist, setze ich mir gerne kleine Ziele, erklärte ich meiner Tochter. Ich sage mir zum Beispiel, dass ich bis zur nächsten Bank oder zum nächsten Baum laufe. Und wenn ich dort angekommen bin, freue ich mich, dass ich es geschafft habe und suche mir ein neues Ziel. Du wunderst dich gerade was das mit zurückschauen zu tun hat? Natürlich nichts. Doch als wir auf dem Rückweg waren, seufzte ich kurz. Es war doch noch ganz schön weit. Meine Tochter tröstete mich und sagte, „Mama! Schau doch zur Abwechslung mal nach hinten. Du musst nicht immer nur nach vorne schauen. Da siehst du nur wie weit du noch gehen musst. Vielleicht ist es besser, wenn du dich ab und zu auch mal umdrehst? Dann kannst du stolz zurückblicken und sehen wie viel du schon geschafft hast!“ Sie hat Recht! Ich habe es gleich ausprobiert. Und das was noch vor mir lag, erschien plötzlich klein. Es half, den Rest auch noch zu schaffen. Den Trick habe ich letztens beim Bügeln auch gleich angewendet. Ich habe nicht geschaut wie viele Hemden ich noch bügeln musste, sondern ich richtete meine Augen auf die vielen Hemden, die schon fertig auf Kleiderbügeln hingen. Und siehe da, die Arbeit ging tatsächlich leichter von der Hand.

Wenn dir also mal die Puste ausgeht, dreh dich einfach kurz um und bestaune was du schon geschafft hast.

Ob das mit meiner Foto-Mediathek auch funktioniert? Die habe ich nämlich durch falsches entfernen der Festplatte wie von Zauberhand geleert. Und jetzt gibt es keine Bilder mehr. Hoffentlich habe ich irgendwo anders noch ein paar gespeichert, sonst würde dieser Eintrag ziemlich fad aussehen.

Ich wünsche dir den richtigen Blickwinkel auf dein Leben. Und wird es etwas steinig, wünsche ich dir den Mut ihn auch mal zu ändern.

Herzliche Grüße
Die Schmetterlingsdompteurin

Eva

 

By | 2017-03-08T22:34:50+00:00 März 13th, 2015|Allgemein, Meine Geschichten|0 Kommentare

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